Wissenschaft und Forschung haben in Deutschland eine
lange Tradition. Viele Hochschulen blicken auf eine jahrhundertelange Geschichte
zurück. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hat sich eine
Forschungslandschaft entwickelt, die - besonders nach der Vereinigung
Deutschlands - heute so breit gefächert ist wie niemals zuvor. Wer in
Deutschland studieren möchte, hat die Wahl zwischen Universitäten und ihnen
gleichgestellten Hochschulen wie etwa den Technischen Universitäten, den
Fachhochschulen und den Musik-, Kunst- und Filmhochschulen. Alle staatlichen
Hochschulen sind offen für Studierende aller Nationen.
Die Universität
An den Universitäten gilt seit dem
Hochschulreformer Wilhelm von Humboldt (1767-1835) das Prinzip der "Einheit
von Forschung und Lehre". Deutsche Universitäten sind also keine reinen
Ausbildungsstätten, sondern immer auch Orte unabhängiger Grundlagenforschung
und angewandter Forschung. Die "reine Wissenschaft" verlangt bereits von den
Studierenden streng wissenschaftliches Arbeiten, wodurch die Studienzeiten
höher liegen als in vielen anderen Ländern. Universitäten verleihen die
akademischen Grade Diplom und Magister Artium sowie den Doktorgrad. Sie haben
das Habilitationsrecht und können zum Hochschullehrer qualifizieren. Durch das
neue Hochschulrahmengesetz (HRG) wurde die Möglichkeit geschaffen, Studiengänge
mit den international kompatiblen Graden
"Bachelor" und "Master"
abzuschließen. Davon machen mittlerweile immer mehr Universitäten Gebrauch.
In den verschiedenen Fakultäten werden die Fachgebiete Medizin,
Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Geisteswissenschaften,
Rechtswissenschaften, Theologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie
Agrar- und Forstwissenschaften zusammengefasst. Innerhalb der Fakultäten
ermöglicht ein breites Fächerangebot ein interdisziplinäres Studium
beziehungsweise eine Spezialisierung bis in sehr theoretische Bereiche einer
Wissenschaft hinein. Zu vielen Universitäten gehören bedeutende Bibliotheken
und Archive, die das Studium und eigene Schwerpunkte unterstützen.
Ein Universitätsstudium verläuft nach festen Regeln, lässt aber in den meisten
Disziplinen viel Freiraum für eigene Forschungsinteressen.
siehe
hier
Technische Universität / Technische Hochschule
Ursprünglich wurden an den Technischen
Hochschulen und Technischen Universitäten nur technische Fächer gelehrt. Im
Laufe der Zeit entwickelten sie sich jedoch zu umfassenderen Hochschulen, und
so bieten einige Technische Universitäten und Hochschulen mittlerweile auch
geisteswissenschaftliche Studiengänge an. Der Schwerpunkt liegt aber
unangefochten nach wie vor bei den ingenieur- und naturwissenschaftlichen
Studiengängen.
siehe
hier
Fachhochschule
Immer mehr Studierende entscheiden sich
für ein Studium an einer Fachhochschule, vor allem weil die Studienzeit kürzer
und praxisorientierter als an einer Universität ist.
siehe
hier
Musik- und Kunsthochschule
Ausbildungen an Kunst- oder/und
Musikhochschulen bereiten auf den Beruf des freischaffenden Künstlers bzw. des
Musikers vor, aber auch auf eine Tätigkeit im Lehrbereich künstlerischer
Disziplinen. Das Studium an einer Kunst- oder/und Musikhochschule
unterscheidet sich erheblich von einem Universitätsstudium.
siehe
hier